Geschützt: Gemeinschaft und Mainstream – die Strömung legt zu 6


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6 Gedanken zu “Geschützt: Gemeinschaft und Mainstream – die Strömung legt zu

  • Öff Öff (alias Jürgen Wagner)

    KURZ-FASSUNG:
    Die (zentrale) Verantwortungs-Steuerung klappt nicht… Und wir lassen alle, auch die Gemeinschafts-Bewohner, zuviel Regie in den Händen der Macht- und Geld-Profit-Motivierten… Wie soll es auch was werden, wenn wir (fast alle, z.B. auch Wandel-Strategen wie Harald Welzer) die Menschen als augenblicks-motiviert definieren (und immer mehr dahin dressieren) statt ihnen langfristige Verantwortungs-Fähigkeit zuzutrauen bzw. zu kultivieren – zumindest so gut es geht???!!!
    Das kann nur – vor allem wenn die Dressierer auch nur so augenblicks-motiviert sind – in „Big-Brother-Diktaturen“ entgleisen… — Was umgekehrt ein anderes, ‚ganzheitlich systemisches‘ Denken bedeuten kann, dafür ist eine Vorschlags-Skizze hier mit-überlegbar: https://dieschenker.wordpress.com/2018/02/01/text-set-system-wandel-9-kurz-thesen-fuer-system-wandel/
    Namaste. Öff Öff (seit bald 30 Jahren außerhalb des Staats- und Geld-Systems lebend…)
    global-love.eu

    **************************************

    ERGÄNZENDE LANG-FASSUNG (FALLS MAN SOVIEL PLATZ OPFERN WILL):
    Der Kontrast zwischen alternativer Gemeinschaft und Gesellschafts-Mainstream…
    Real spürbar als Unterschied ist dabei in der Tat, dass man sich nicht sooo sehr durch Markt-Mechanismen und Ämter-Verwaltung, und natürlich – ganz wichtig – eigenen Hang zu Willkür-Konsum, in Splitter-Individuen zerstückeln kann – weil Gemeinschaft mehr Erleben voneinander und Einstellen aufeinander bringt… Mindestens der Hauch, was „gelebte Werte-Gemeinschaft“ bedeutet, wird deutlicher wahrgenommen…
    Aber auch bei den alternativen Gemeinschaften ist ja das Eingehen gemeinsamer Steuerungs-Verbindlichkeit normalerweise begrenzt – und bleibt viel Steuerungs-Regie, die man weiterhin nach außen abgibt, ans Staats- und Geld-System… Für welches Ausmaß an Entscheidungs-Regie bleiben die gewählten Politiker draußen zuständig? Für welchen Anteil an Produktion und Konsum (einschließlich Verschwendung und Zerstörung) bleibt man verantwortlicher Auftrag-Geber, wenn man die Leute ‚da draußen‘ bezahlt (denn fürs Geld-Verdienen machen sie es ja alles, als Haupt-Motiv)?…

    Was ist also (wenn die überwiegende Verstrickung fortbesteht) die zentrale Gefahr dieses Mainstreams, die uns in den „Wasserfall“ stürzen kann?
    Es gibt in der kapitalistischen Globalisierung viel Fortschritt an Technik und an systemischer ‚Kreativität‘ (VUCA-Gesellschafts-Modelle usw.)… Dadurch kann auch manches Gute besser laufen, z.B. – als ein Veranschaulichungs-Bild – „durch schnelle Züge Hilfs-Mittel besser transportiert werden“ usw.… „5 vor Zwölf“ ist es aber, weil wir auf die STEUERUNG, WIE diese raketenartig wachsenden Turbo-Mittel gesteuert werden, NICHT VERTRAUEN KÖNNEN…
    Neben den Hilfsmittel-Transporten etc. kann es alles viel mehr für Militär-Zwecke oder „Big-Brother-Überwachungs-Diktaturen“ eingesetzt werden (von China bis NSA usw.)…
    Und im Moment ist die Steuerung doch offensichtlich so ‚verkorkst‘, dass die Bürger (exakter, vor allem die Minderheit von „Verantwortungs-Alternativen“, die nach „Global denken, lokal handeln!“ etc. gehen wollen), den gewählten und beauftragten Politikern eher zu Schadens-Verringerung hinterher-hechten müssen, statt dass die Politiker „verlängerte Arme für globale Verantwortungs-Handeln“ sind (siehe „Hambacher Forst“, Greta Thunberg etc.)… Katastrophal! Wären es verlängerte Arme der Verantwortung, was könnte das für eine Effizienz-Explosion sein, für Heilung der Welt… Aber so?
    Damit dieses STEUERUNGS-VERTRAUEN entstehen könnte, müssten die Einzel-Menschen auf globale Verantwortung eingestellt sein, und dann auch den wirksamen Willen haben, Politiker als globale Verantwortungs-Arme zu wählen – statt als Erfüllungs-Gehilfen für kurzsichtige Konsum-Interessen… Aber sogar die akademischen „Wandel-Strategen“ wie Harald Welzer sagen eher, dass man vom Menschen keine langfristige Verantwortungs- bzw. Nachhaltigkeits-Perspektive plus daraus motivierten Konsequenzen erwarten kann, sondern dass der Mensch nur nach Augenblicks-Belohnung funktioniert, also unmittelbare Dressur nach Zuckerbrot und Peitsche das einzig Mögliche ist… Ich denke: Wenn man dem Menschen als denkendem Wesen die Fähigkeit des Folgen-Bedenkens und Berücksichtigens abspricht, nimmt man ihm seine Wesens-Entfaltung… Und tolle Verantwortungs-Perspektiven, wie das „verlängerte Verantwortungs-Arme“-Modell…
    Und braucht man die langfristige Verantwortungs-Sicht und Befolgungs-Fähigkeit nicht zumindest für die „Dressierer“, damit die die Leckerlies passend dosieren können usw.? Kann man bei denen auch drauf verzichten? Und woher soll es kommen? — Deshalb halten wir von Schenker-Bewegung es für unbedingt nötig, neben Dressur-Strategien für augenblicks-motivierte Menschen zumindest alles Mögliche auch ‚raus zu holen‘ für Volks-Bildung zu langfristiger Verantwortungs-Bewusstheit und Motivation… Und sei es als Nährboden in der Bevölkerung, woraus die langfristig verantwortungs-fähigen (Dressur-)Eliten noch am ehesten heraus-sozialisiert werden könnten und das Machbare an demokratischer Legitimation und Kontrolle erhalten bleiben kann…
    Im Moment wird solches ‚ganzheitliche systemische Denken‘ (echte Verantwortungs-Reife: „postconventional level“…; „freie Argumente-Kultur“…; echte Demokratie-Reife: „Beutelsbacher Konsens“…; zukunfts-fähige Menschenrechts- und Erd-Charta-Spiritualität…; als Vorschlag einer Gesamt-Skizze siehe: https://dieschenker.wordpress.com/2018/02/01/text-set-system-wandel-9-kurz-thesen-fuer-system-wandel/ ) allerdings fast überall abgewiegelt, ausgeblendet und verdrängt…
    Lasst uns wenigstens dahin kommen, irgendwie offen miteinander über die Dinge sprechen zu können…

    Namaste.
    Öff Öff
    global-love.eu

  • Ingrid Feustel

    Wir.,die wir in Haus Mercurial wohnen sind Individualisten und doch eine Hausgemeinschaft und leben seit 18 Jahren zusammen.
    Wie sehen uns als Pilotprojekt. Neue Rechtsformen, indivuduell den Bedürfnissen angepasst, die es auch zulassen herauszugehen aus der Gemeinschaft und neue Menschen in die Gemeinschaft auf zunehmen,keine festgelegten Treffen, jeder hat seinen eigenen Freundeskreis.
    Daneben ist eine zweite Haus- und Lebensgemeinschaft entstanden in ähnlicher Form entstanden. Unsere Leitgedanken haben sich bewährt.

    Kontaktdaten: ‚Ans Groene oder ingrid Feustel Schwarzwaldweg 20 88239 Wangen /Allgäu

  • Falk Zinke

    Und da gibt es ja noch die Möglichkeit, in einem Dorf zu leben, welches sich nach dem Vorbild von Heckenbeck oder Flegessen organisiert – also den ökologischen, enkeltauglichen Rahmen vorgibt, aber der Individualität praktisch keine Grenzen setzt. Der Rahmen ist dabei ebensowenig starr wie es die Individualität ist, heißt, eine Weiterentwicklung ist auf beiden Seiten möglich, jederzeit und langsam oder schneller … die Kinder, die jetzt weltweit jeden Freitag schulstreiken, die meinen auch uns, nicht nur die Politik!
    Wir haben schlichtweg keine Zeit mehr für mainstream, schon zählen die Tage – die Politik denkt und handelt in Wahlperioden, man schaue sich nur einmal den Zeitrahmen für Planung und Ausführung eines einzigen Radschnellweges an ….
    Wir brauchen Aktionen wie sie uns Greta aus Schweden vormacht: intelligent, wirksam, nachhaltig und schnell!

  • Holger

    Hallo lieber Michael
    Hach jetzt soll der Kommentar auch noch kurz sein, zu so einem langen und viele Aspekte anstossenden Text. Also gut. Ich find deinen Text etwas zu dick aufgetragen, besonders am Ende, wo du die „Gemeinschaften“ quasi als einzige Alternative zum Mainstream (neben dem Eremitentum) darstellst. Für mich sind sie nur eine von vielen Alternativen, die genauso wie andere „kulturelle Besonderheiten“ innerhalb der Gesellschaft(en) exisistieren. Der Mainstream hat für mich keine klaren Grenzen oder „Ufer“ die ihn gegen den Rest die Gesamtgesellschaft abgrenzen. Meinen Leuten, meiner „Gang“, die teilweise auch Punks waren, ging es früher darum eine möglichst große Distanz zu dieser Zone der größten Angepasstheit – dem Mainstream – zu bekommen. „Outside of Society I wanna Be“ sang Patti Smith. Inzwischen bin ich seit langem in der Kommune, in der wir uns übrigens auch teilweise von dem Begriff „Gemeinschaft“ distanzieren. Wir haben Verbündete in Einzelexistenzen, Kleinfamilien, auch in „Gemeinschaften“, sind Teil von Communities und nennen uns auch manchmal Clan. Aber welche der verschiedenen Zellen die gesamt die Gesellschaft darstellen nun für uns die „besseren“ sind zeigt sich im gemeinsamen Handeln und der Kontaktfähigkeit zueinander. Rechtsextreme sind zum Beispiel auch immer danach bestrebt einen größtmöglichen Abstand zum gehaßten „Mainstream“ anzubieten und ihre eigenen Lebenswelten zu erschaffen. Und für mich gibt es ersteinmal keinen Grund nicht die Individualität der verschiedenen Menschen, die Teil der Gesamtgesellschaft sind, trotz Smartphone Apps, Facebook und Modetrends zu erkennen und zu respektieren. Für viele von ihnen sind es ihre finanziellen, psychischen und sozialen Möglichkeiten, die sie an die jeweilige Stelle in der Gesellschaft gebracht haben, an der sie leben. Die meisten Menschen, die sich in Gemeinschaften, Kommunen und dergleichen befinden sind soweit es mir bekannt ist zunächst einmal Kinder der Mittelschicht. Auf der anderen Seite stehen die, die sehr weit aus dem gesellschaftlichen Mittelfeld herausfallen, wie die Obdachlosen, Strassenkinder oder Flüchtlinge. Es ist sehr schön, dass die Mittelstandskinder über die Vision der Gemeinschaften versuchen eine positivere Existenzform für ihresgleichen zu erschaffen. Trotzdem stellt sich mir die Frage, ob es nicht genauso wichtig ist gleichzeitig immer radikaler gegen die Ungleichheit zwischen arm und reich zu kämpfen und ob die Kraft dafür tatsächlich vor allem in den Nischen zu suchen ist, oder nicht doch im Mainstream selbst, also bei denjenigen die ihre „Gemeinschaften“ anders gestalten oder gestalten würden als wir. Das soll jetzt aber kein Argument gegen die bestehende „Gemeinschaftskultur“ der Ökolinken sein, sondern nur eine Kritik und Ergänzung …. Kurz genug?

    Holger aus der Kommune Karmitz

  • Volker Thielmann

    Meine Vorstellung ist die: Heute das aufbauen und dort mitarbeiten, wo ich morgen oder auch gleich leben kann. Wo ich die Möglichkeit habe, Zeit in dieser gewählten Familie/Gemeinschaft verbringen zu können. Selbst wenn es am Anfang nur tageweise, an Wochenenden oder in den Ferien ist. So habe ich die Möglichkeit aus dem Mainstream heraus zu treten, bewußt in ein anderes, gemeinschaftliches Umfeld einzutreten und dieses ab sofort mitzugestalten und auf mich einwirken zu lassen. Alleine diese Entscheidung ändert etwas in dir und es werden sich neue Entwicklungen und Erfahrungen ergeben. Dieser erste Schritt, gepaart mit dem Mut sich den Herausforderungen von Gemeinschaften zu stellen, ist der Weg zu einer persönlichen Entwicklung. Diese Entwicklung kann bestenfalls tatsächlich zu diesem Lebensplatz führen, den sich doch einige von uns erträumen. Allerdings ist es Arbeit und Engagement, von selbst passiert nichts. Du selbst bist der Anfang zu diesem Prozeß. Du brauchst auch nicht zu warten, du kannst sofort anfangen, deine Situation und deine Möglichkeiten zu nutzen. Du kannst dich sofort auf die Suche begeben. Du mußt nicht anders sein, du kannst aus dem Mainstream heraus, aus deinem Alltag heraus, deinen neuen Weg finden. Die bestehenden Gemeinschaften sind eine Möglichkeit dazu. Egal ob du heute, morgen oder erst übermorgen direkt dort wohnst und lebst!

  • Raphael

    Lieber Michael,

    Wenn der Mainstream wirklich im Wasserfall enden wird, wünsche ich mir, dass wir gemeinsam Alternativen entwickeln können. Es sollte eine Alternative sein, die die meisten Menschen befähigt, aus dem Strom ins Trockene zu paddeln. Haben dann die Ersten Boden unter den Füßen, können sie den Schwimmenden eine offene Hand reichen und ihnen an Land helfen.
    Deine Beschreibung alternativer Gemeinschaften liest sich für mich sehr exklusiv und abweisend, dem Mainstream gegenüber. Ich wünsche mir Offenheit gegenüber dem Mainstream und ehrliches Interesse an (technologischer) Weiterentwicklung auch wenn sie am Anfang irritiert. Deine Ablehnung neuen Erfindungen gegenüber kann ich persönlich verstehen, ich befürchte nur, dass sie nicht helfen wird, echte Gefahren daran (z.B. Datenschutz) abzumildern.
    Ich befürchte, dass es nur marginal besser ist, aus einem ruhigen Seitenarm des Flusses auf den Wasserfall zu blicken. Ich befürchte, dass der Anblick, von anderen nahestehenden Menschen im Strudel einen innerlich zerreißt, vor allem im Wissen, dass man die Hand hätte ausstrecken können, wenn man sich nicht von den Menschen des Mainstreams abgewendet hätte.

    Danke für deine Gedanken Michael. Viele Grüße aus Dormagen!

    Raphael